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18 V oder 20 V? Derselbe Akku, zwei Zählweisen

Kurzantwort: Ein „20-Volt-Akku“ ist nicht stärker als ein „18-Volt-Akku“ mit gleich vielen Zellen. Beide enthalten fünf Lithium-Ionen-Zellen in Reihe. Eine Zelle liefert im Betrieb durchschnittlich rund 3,6 Volt — macht 18 Volt „Nennspannung“. Frisch vom Ladegerät liegt eine Zelle kurz bei etwa 4,0 Volt — macht 20 Volt „Maximalspannung“. Es sind zwei Zählweisen für denselben Akku.

Dass beide Zahlen legitim sind, zeigt STIHL am deutlichsten: Auf der Produktseite des Akkus AK 30 S stehen „Nennspannung: 36 V“ und „Max. Spannung: 40 V“ direkt untereinander — derselbe Akku, beide Werte amtlich. Parkside wiederum vermarktet sein System als „X20V Team“, Einhell nennt seines „18 V“. Elektrisch begegnen sich beide auf Augenhöhe: Drittanbieter-Adapter verbinden Parkside-„20V“- und Einhell-„18V“-Komponenten — das funktioniert nur, weil dieselbe Zellkonfiguration dahintersteckt.

Noch näher an der 18-gegen-20-Frage liegt DeWalt — und hier bestätigt es der Hersteller schwarz auf weiß. DeWalt verkauft dieselben Akkus in den USA als „20V MAX“, in Europa als „18V XR“. Im Kleingedruckten zur „20V MAX“-Kennzeichnung schreibt DeWalt selbst: „Maximum initial battery voltage (measured without a workload) is 20 volts. Nominal voltage is 18.“ Übersetzt: Die Spitzenspannung ohne Last beträgt 20 Volt, die Nennspannung 18 Volt. Es ist derselbe Akku — einmal mit dem höheren, einmal mit dem realistischen Wert beschriftet.

Praktische Folge für den Kauf: Vergleiche Systeme nie an der Volt-Zahl auf dem Karton, wenn sie zwischen 18 und 20 liegt. Entscheidend sind Kapazität (Ah), Geräteauswahl des Systems — und ob deine vorhandenen Akkus draufpassen. Genau dafür gibt es unsere Kompatibilitäts-Matrix.